Grundregeln der Entwurmung

 

Die wichtigsten Regeln, die bei der Entwurmung des Pferdes beachtet werden sollten:

  1. Alle Pferde eines Stalles - insbesondere die Pferde, die eine Koppel oder die Box miteinander teilen - sollten gleichzeitig entwurmt werden.
  2. Da nach einer Entwurmung massiv Wurmeier ausgeschieden werden, sollten die Pferde nach einer Entwurmung ein bis drei Tage lang nicht auf die Weide gehen, die Box sollte komplett ausgeräumt und die Weide sorgfältig abgeäpfelt werden. So lässt sich die Gefahr eines direkten Neubefalles mit Wurmeiern vermindern.
  3. Der Wirkstoff der Wurmkuren sollte jährlich gewechselt werden, um so Resistenzbildungen zu vermeiden.

Beispiel:
1. Jahr: Benzimidazole (z.B. Panacur®, Rintal®, Telmin®)
2. Jahr: Pyrantel (z.B. Banminth®, Jernadex®)
3. Jahr: Makrozyklische Laktone: Ivermectin (z.B. Eraquell®, Ivomec P®, Diapec®,Furexell®)oder Moxidectin (z.B. Equest®)
4. Jahr: es wird wieder von vorne begonnen

Der richtige Zeitpunkt

Die meisten Pferde benötigen 4 Wurmkuren pro Jahr: eine im Frühjahr, eine im Sommer, eine im Herbst und eine im Spätherbst/Winter.

In Ställen mit häufigem Pferdewechsel oder schlechter Hygiene (z.B. wenn die Weiden nicht oder nur sehr seltenabgeäpfelt werden) sollte eine 5. Kur vorgesehen werden. Die exakten Termine der Entwurmung richten sich danach, wann die Pferde auf die Weide und zurück in den Stall kommen.

Außerdem spielt das Wetter eine große Rolle, denn es ist ein wichtiger Faktor bei der Wurmentwicklung.

Fohlen und Stuten  infizieren sich mit dem Zwergfadenwurm überwiegend über die Muttermilch und dies bereits in den ersten Lebenstagen. Saugfohlen sollten deshalb in der zweiten Lebenswoche gegen den Zwergfadenwurm entwurmt werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass eine Wurmkur verwendet wird, die bereits bei so jungen Fohlen eingesetztwerden kann. Wurmpasten mit Fenbendazol (z.B. Panacur®) sind bereits in diesem Alter ausgezeichnet verträglich. Andere Wirkstoffe sind entweder unwirksam oder dürfen nach Empfehlungen der Hersteller erst zu einem späteren Zeitpunkt verabreicht werden. Da die Wurmlarven über mehrere Wochen mit der Stutenmilch übertragen werden, sollten die Fohlen bis zu einem Alter von ca. 8 Wochen alle 2 Wochen behandelt werden. Auch die Behandlung der Stuten am Tag des Abfohlens mit Ivermectin kann die Zahl der Larven in der Stutenmilch deutlich reduzieren. Bei Spulwurmbefall beginnt die Behandlung der Fohlen im Alter von ca. 6-8Wochen und wird in Intervallen von 6-8 Wochen bis zum Absetzen weitergeführt. Auch hier sollte eine für Fohlen gut verträgliche Wurmpaste eingesetzt werden.

Entwurmungsplan

1. Frühjahrskur

Termin: April / Mai, 3 Tage bevor die Pferde auf die Weide kommen

Wirkstoff: Benzimidazol (z.B. Panacur®, Rintal®, Telmin®) ODERPyrantel (z.B. Banminth®, Jernadex®, Verminal®, Equiworm P®) ODERIvermectin (z.B. Eraquell®, Ivomec P®, Diapec®, Furexell®) ODERMoxidectin (z.B. Equest®)

2. Sommerkur

Termin: Juni / Juli, 4-6 Wochen nach Start der WeidesaisonBei feucht-warmem Wetter sollte eher früher, bei trocken-kaltem Wetter eher später entwurmt werden. Bei dieser Kur sollte auch gegen Bandwürmer entwurmt werden.

Wirkstoff: Da der Wirkstoff im jährlichen Rhythmus gewechselt werden sollte, wird bei der Sommerkur der gleiche Wirkstoff / das gleiche Präparat wie bei der Frühjahrskur eingesetzt. Zusätzlich sollte jedoch noch eine Bekämpfung gegen Bandwürmer erfolgen. Der dafür benötigte Wirkstoff lautet Praziquantel.

Wurde im Januar mit den Präparaten Benzimidazol oder Pyrantel begonnen,sollte das bandwurmwirksame Präparat Praziquantel zusätzlich verabreichtwerden, in Form eines Entwurmungsmittels namens Droncit®.Wurde im Januar mit den Präparaten Ivermectin oder Moxidectin begonnen,so kann in der Sommerkur ein Kombinationspräparat eingesetzt werden,welches zum einen Ivermectin bzw. Moxidectin enthält und zusätzlich dasPraziquantel, welches gegen Bandwürmer wirksam ist. Die Namen solcherKombi-Präparate sind z.B. Equimax® oder Eqvalan Duo® (enthält Ivermectinund Praziquantel) oder Equest Pramox® (enthält Moxidectin undPraziquantel).

3. Herbstkur

Termin: September / Oktober, sofort nach der Rückkehr in den Stall oder auf denWinterpaddock

Wirkstoff: Auch bei dieser Kur sollte eine Therapie gegen Bandwürmer erfolgen, daherverläuft diese Kur hier nach dem gleichen Schema wie die Sommerkur, d.h. eswerden genau die gleichen Präparate eingesetzt wie bei der letzten Kur.

4. Winterkur

Termin: Oktober / November oder Anfang Dezember, der genaue Zeitpunktrichtet sich nach dem Wetter.

War der Sommer warm und trocken, konnten sich die Magendasseln schneller entwickeln und es sollte bereits im Oktober / November entwurmt werden.

War der Sommer verregnet und der Herbst sehr trocken, dann entwickeln sich die Dasseln unterschiedlich schnell und es kann etwas später entwurmt werden. Damit sich nicht zu viele Magendasseln im Pferd entwickeln, sollte die Entwurmung spätestens Anfang Dezember durchgeführt werden.

Wirkstoff: Ivermectin (z.B. Eraquell®, Ivomec P®, Diapec®, Furexell®) ODERMoxidectin (z.B. Equest®)

KOMMENTAR DES TIERHEILPRAKIKER Matthias Schlegel:
www.thp-net.de/wurm_p.html

DOWNLOAD:
Korrekte Entwurmung des Pferdes (PDF)
Selektive Entwurmung (PDF)

Informationen zum Thema "Selektive Entwurmung" finden Sie auch unter
http://www.selektive-entwurmung.com/